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Bis Gas bei den Verbrauchern ankommt, legt es tausende Kilometer in internationalen und nationalen Pipelines zurück. Mithilfe einer Verdichterstation wird das Gas komprimiert und dadurch der Druck erhöht. So kann mehr Gas durch die Leitung transportiert werden. Die Transportkapazität der Leitung steigt – und somit auch die Versorgungssicherheit.
Unsere neue Gasverdichterstation an der Nordschwarzwaldleitung wird in Rheinstetten zwischen der L566, der B3 und der A5 gebaut. Der Bau begann im Herbst 2021. Jetzt befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. Die Inbetriebnahme der Station ist für 2025 geplant.
Mitte Dezember machte sich Sebastian Schrempp, Oberbürgermeister der Stadt Rheinstetten, vor Ort selbst ein Bild der Anlage. Projektleiterin Susanne Kurschat und Dr. Daniel Pietzka, Bereichsleiter Planung, Projekte und Bau von terranets bw, informierten zu den Fortschritten der Gasverdichterstation. Kurz vor dem Besuch wurde das gesamte Stationsgelände, einschließlich Nebenanlagen, mit Gas bespannt. Das Stationsgelände ist nun mit Gas gefüllt, damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Inbetriebnahme der Verdichtereinheiten geschaffen.
Leittechnik, Armaturengruppen und Gasdruckregelanlage sowie die Elektrotechnik sind ebenfalls fertiggestellt.
Auch auf dem Außengelände der Gasverdichterstation hat sich in den letzten Monaten einiges getan: Die Pflasterung ist abgeschlossen und die Asphaltarbeiten schreiten weiter voran. Die fehlende Deckschicht wird im Frühjahr aufgetragen. Die zusätzliche Baustraße für die Armaturengruppe wurde zurückgebaut. Für die Bepflanzung im Frühjahr wird das Areal der Gasverdichterstation bereits vorbereitet.
Um die neue Gasverdichterstation in Rheinstetten hat sich den vergangenen Monaten einiges getan. Von außen sichtbar sind die Asphaltarbeiten, die an der Gasverdichterstation gestartet sind. Zudem werden feste Zäune aufgestellt, sie lösen die Bauzäune ab, die das Gelände bisher begrenzt haben.
Auch die Beleuchtung der Anlage wird nach und nach montiert. Zum Schutz der Umwelt wird auf eine dauerhafte Beleuchtung verzichtet. Stattdessen werden innerhalb der Anlage Sicherheitslampen mit Bewegungsmeldern eingesetzt sowie insektenfreundliches Licht verwendet. Auf den Luftaufnahmen erkennbar ist auch die noch weiter zu begrünende Dachfläche des Betriebsgebäudes – eine weitere Maßnahme zum Schutz der Umwelt.
Der Frühling ist im Anmarsch und so können die Außenanlagen der neuen Gasverdichterstation bis zum Sommer beendet werden. Das Gelände wird derzeit aufgefüllt und das Gefälle zur Panzerstraße damit weiter reduziert. Die Verkehrswege auf dem Areal werden aktuell fertiggestellt. Aktuell werden Böschungen und Pflanzen angelegt, anschließend wird ein Zaun rund um die neue Gasverdichterstation errichtet.
Auch im Innenbereich geht es weiter voran: Alle vier Maschinenhallen sind elektrisch sowie mechanisch fertiggestellt und bereit für den Probebetrieb mit Gas. Zudem wurden die Brand- und Gaswarnanlagen installiert.
Auch der Innenausbau des Betriebsgebäudes ist fortgeschritten. Nach dem Ausbau der Innenräume wird aktuell IT und Telekommunikation installiert.
Die letzten Monate ist einiges geschehen: In den vier Maschinenhallen wurde die Verrohrung fertig gestellt. Damit sind alle Turbinen elektrisch sowie mechanisch fertiggestellt. Nachdem sie mit Öl gespült werden, sind sie bereit für die heiße Inbetriebnahme. Auch die Inbetriebnahme der Nebenanlage schreitet voran. Im November 2023 nahm der TÜV als erstes die Mittelspannungsanlage erfolgreich ab, andere Anlagen befinden sich in der Fertigstellung und Abnahmevorbereitung. In der Energiezentrale werden aktuell letzte Restarbeiten am Gebäude vorgenommen. Auch der Innenausbau des Betriebsgebäudes ist fortgeschritten. Eine vollständige Fertigstellung des Gebäudes ist für März 2024 vorgesehen.
Im Oktober 2023 wurde die Dichtheitsprüfung für die letzten Rohrleitungen im Außenbereich erfolgreich durchgeführt. Nach wie vor bleibt viel zu tun. Vor dem Probebetrieb der Maschineneinheiten müssen weitere Kabel verlegt und viele Nebenanlagen in Betrieb genommen werden. Sobald die Stromversorgung stabil sichergestellt ist, steht die Begasung der gesamten Betriebsanlage an.
Das Außengelände nimmt ebenfalls weiter Form an: Nach und nach ist die Auffüllung des Geländes abgeschlossen. Zudem wurden bereits Stationsstraßen angelegt. Straßen und Zaunanlage sollen bis zum Frühjahr fertiggestellt sein.
Die Netze Südwest, der größte regionale Gasverteilnetz-betreiber unter der Landesregulierungsbehörde in Baden-Württemberg, ist mit seinen Netzen in Nordbaden und Oberschwaben direkt an das Transportnetz der terranets bw angeschlossen. Er sorgt mit seiner Arbeit und seinen Anlagen an rund 74.000 Ausspeisepunkten für eine sichere und zuverlässige Gasversorgung seiner Kunden.
Am 30.November 2023 informierten sich vor Ort in Rheinstetten rund 30 Kolleg:innen des regionalen Gasverteilnetzbetreibers bei einer Besichtigung mit Projektleiterin Susanne Kurschat über die Funktionsweise der Gasverdichterstation und ihre Bedeutung für die sichere Energieversorgung.
Um die Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu minimieren, trifft terranets bw zahlreiche Vorkehrungen. Der Bestand der Natur und Landschaft wurde detailliert untersucht und bei der Planung der Gasverdichterstation in Rheinstetten berücksichtigt.
Aus den Untersuchungsergebnissen wurden Maßnahmen abgeleitet, um Eingriffe in die Umwelt zu vermeiden oder zu vermindern. Nicht vermeidbare, bleibende Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen kompensiert.
Beim Bau der Gasverdichterstation in Rheinstetten setzt terranets bw verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Umwelt um.
Mithilfe einer Gasverdichterstation wird das Gas komprimiert und dadurch der Druck erhöht. So kann mehr Gas durch die Leitung transportiert werden. Die Transportkapazität der Leitung steigt – und somit auch die Versorgungssicherheit für die Verbraucher. In Deutschland gibt es rund 70 Gasverdichterstationen, die insbesondere bei erhöhtem Kapazitätsbedarf – das heißt vor allem im Winter – betrieben werden.
Das Gas erreicht in unterirdischen Leitungen die Verdichterstation mit einem Druck von 40 bar. Dort werden zuerst Staub und Feuchtigkeit herausgefiltert. Anschließend wird das Gas zum Verdichter geleitet und dort auf den erforderlichen Druck gebracht. Eine Turbine oder ein Elektromotor sorgen für die Energie, die beim Verdichtungsprozess benötigt wird.
Durch die Verdichtung erhitzt sich das Gas auf bis zu 70 °C. Deshalb wird es durch Gaskühler geleitet, die es wieder auf Betriebstemperatur herunterkühlen. Dann durchläuft das Gas eine Messstrecke, bevor es mit einem Druck von 80 bar wieder in die Fernleitungen der terranets bw eingespeist wird.
Die am Netz der terranets bw angeschlossenen regionalen Netzbetreiber (z.B. Stadtwerke) melden seit Jahren einen kontinuierlich steigenden Bedarf an Gastransportleistung. Gründe hierfür sind zum Beispiel die Ablösung von Kohle und Öl (Fuel Switch) durch Gas und den damit zunehmenden Bedarf durch Gaskraftwerke. Der gemeldete Bedarf übersteigt die maximale Transportkapazität. Deshalb muss terranets bw sein Netz ausbauen.
Dass der Neubau der Gasverdichterstation für die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg gebraucht wird, hat die Bundesnetzagentur mit der Genehmigung des Netzentwicklungsplans Gas 2022 bestätigt.
Alle Netzentwicklungspläne sind auf der Website der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber unter www.fnb-gas.de veröffentlicht.
Der Standortauswahl gingen ausführliche Studien voraus, in denen terranets bw neben gesetzlichen Vorgaben und technischen Notwendigkeiten verschiedenste Einflussfaktoren berücksichtigt hat. Hierzu zählen neben Schutzgebieten auch Abstände zu Wohnbebauung, Flächennutzungspläne und Hinweise der Gemeinden. Nach intensiver Prüfung und im engen Austausch mit Kommunen, Behörden und Verbänden wurde ein Standort für die neue Verdichterstation identifiziert. Besonders berücksichtigt wurde dabei auch die geringe Sichtbarkeit der Anlage. Im Genehmigungsverfahren hat das Regierungspräsidium Freiburg als zuständige Genehmigungsbehörde entschieden, dass die Station am vorgeschlagenen Standort gebaut und betrieben werden darf.
Für den Bau und Betrieb einer Gasverdichterstation ist eine öffentlich-rechtliche Genehmigung gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) notwendig. Die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Freiburg. Um einen breiten Konsens mit allen Beteiligten zu erreichen, hat terranets bw die betroffenen Kommunen und andere Betroffene frühzeitig mit eingebunden.
Die Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland sind verpflichtet, durch Netzausbau eine zukunftssichere Gasversorgung zu gewährleisten. Als unabhängiger Transportnetzbetreiber für Gas in Baden-Württemberg ist terranets bw für den Bau der Gasverdichterstation verantwortlich.
Die geplante Gasverdichterstation beansprucht betriebsbereit eine Grundfläche von ca 2,4 ha (24.000 m²). Dies entspricht in etwa einer Fläche von drei Fußballfeldern. Während der Errichtung müssen zeitweise zusätzliche Flächen für die Baustelleneinrichtungs- und Baulagerfläche in Anspruch genommen werden.
Für die Errichtung müssen zeitweise zusätzliche Flächen für die Baustelleneinrichtungs- und Baulagerfläche in Anspruch genommen werden.
Aufgrund von Zulieferverkehr über die Bewirtschaftungswege ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Nach Beendigung der Baumaßnahmen werden die temporär in Anspruch genommenen Flächen (Baustelleneinrichtungs- und Baulagerfläche sowie Zufahrtswege) in den Ursprungszustand versetzt und können wieder bewirtschaftet werden. Flurschäden und Aufwuchsschäden, die durch die temporäre Nutzung entstehen, werden nach festen Sätzen entschädigt.
Bei Betrieb der Gasverdichterstation entspricht die Lärmbelastung am Zaun der Anlage rund 60 dB(A). Das ist vergleichbar mit einem Fernseher in Zimmerlautstärke. Die Lärmbelastung im Abstand von 350 m liegt dann bei rund 35 dB(A). Das erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte für ein ruhiges Wohngebiet. Der Abstand der geplanten Gasverdichterstation zum nächstgelegenen Wohngebiet wird mehr als 350 m betragen. Insgesamt ist die örtliche Geräuschsituation durch die benachbarten Straßen (A5, L566, K3581) geprägt.
Bereits im Planungsprozess werden hinsichtlich der zu erwartenden Lärmemissionen Gutachten erstellt. Die Ergebnisse dieser Gutachten dienen der Festlegung und Dimensionierung der zur Einhaltung der gesetzlichen Lärmschutzgrenzen notwendigen Schallschutzmaßnahmen.
Der Betrieb und die Instandhaltung erfolgt durch Fachpersonal der terranets bw. Die Gasverdichterstation wird, wie das gesamte Fernleitungsnetz der terranets bw, durch die rund um die Uhr besetzte Dispatchingzentrale überwacht und gesteuert.
Die Einhaltung gesetzlicher und technischer Regelungen wird von der staatlichen Energieaufsicht überwacht, Änderungen müssen von staatlich anerkannten Sachverständigen abgenommen werden. Die Aufsichtsbehörde der terranets bw ist die Landesbergdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg.
Für die Bauphase und Inbetriebnahme einer Gasverdichterstation ist mit einem Zeitraum von rund zwei Jahren zu rechnen. Dieser Zeitraum beinhaltet die Grundstückserschließung, die Errichtung von Gebäuden, die Installation der Verdichtertechnik sowie die Wiederherstellung der Freianlagen auf dem Stationsgelände.
Der Bau hat nach dem Vorliegen der Genehmigung im Herbst 2021 begonnen. Die Inbetriebnahme der Station ist für 2025 geplant.
Um die Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu minimieren, trifft terranets bw über den gesamten Planungs- und Bauprozess hinweg zahlreiche Vorkehrungen. Mit Beginn der Planung hat terranets bw den Bestand der Natur und Landschaft detailliert untersucht und die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Boden, Wasser, Klima/Luft, Landschaft und Mensch sowie auf Kulturgüter beurteilt.
Aus den Untersuchungsergebnissen wurden Maßnahmen abgeleitet, um Eingriffe in die Umwelt zu vermeiden oder zu vermindern. So wurde die Lage der Verdichterstation, der Zufahrt und der Gas-Anschlussleitung angepasst, um einen möglichst vollständigen Waldrand zu erhalten. Der Waldrand dient Fledermäusen als Leitstruktur und bildet zudem einen natürlichen Sichtschutz für die Gasverdichterstation. Daneben wird auf dauerhafte Beleuchtung der Gasverdichterstation verzichtet und insektenfreundliches Licht eingesetzt werden. Während der Bauzeit werden Maßnahmen zum Schutz von Reptilien und Amphibien umgesetzt werden.
Nicht vermeidbare, bleibende Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen (Ausgleichsmaßnahmen). Neben den Neupflanzungen von Bäumen sind beispielsweise auch Nistkästen und Bruthilfen für Brutvögel und Fledermäuse sowie die Aufwertung eines Feuchtbiotops in Rheinstetten geplant.
Abgeleitet aus Erfahrungswerten zu den Einsatzzeiten der Verdichterstationen der terranets bw, den Witterungsbedingungen der letzten Jahre und der geplanten Steuerung des Netzes nach der Inbetriebnahme der neuen Verdichterstation geht terranets bw aktuell von 500 bis 2.000 Betriebsstunden pro Jahr aus. Diese Angabe umfasst die Summe der Betriebsstunden aller Maschineneinheiten (drei Gasturbinen, ein Elektromotor). Die lokalen CO2-Emissionen einer Maschineneinheit, die mit einer Gasturbine betrieben wird, betragen rund 4.000 kg pro Betriebsstunde. Bei Einsatz der elektrisch betriebenen Maschineneinheit reduzieren sich die lokalen CO2-Emissionen. Die Höhe der CO2-Emissionen hängt von der dann aktuellen Verteilung der Stromerzeugung ab. Bei ausschließlichem Einsatz der Maschineneinheiten, die mit einer Gasturbine betrieben werden, ergeben sich somit lokale CO2-Emissionen von 2.000 t bis 8.000 t pro Jahr.
Bei der Gasverdichterstation in Rheinstetten setzt terranets bw außerdem eine Rückverdichteranlage ein. Dies ist eine zusätzliche Maßnahme der terranets bw, um im Betrieb der Anlage Methan-Emissionen zu vermeiden.
An den Antriebswellen der Verdichtereinheiten treten geringe Mengen an Methan aus. Dies kann nicht vollständig vermieden werden. Die austretenden Mengen werden jedoch durch ein Sammelsystem aufgefangen und mit der Rückverdichtungsanlage wieder in das Transportnetz eingespeist. Alle weiteren Komponenten der Verdichteranlage sind technisch dicht, so dass keine Methan-Emissionen entweichen können.
Stand: 05/2020
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Susanne Kurschat